08/24/2017

Erst Asche, dann Neuanfang

Was Unternehmen von der Protea-Pflanze lernen können

Kennen Sie die Protea? Als ich sie das erste Mal während einer meiner Südafrika-Reisen sah, war ich sehr beeindruckt von ihrer Schönheit und Größe. Als ich dann von den Bedingungen erfuhr, die bestehen müssen, damit sie überhaupt entstehen und wachsen kann, war ich beeindruckt von ihrer Stärke und ihren Lebenskünsten. Eine Protea braucht das Feuer.

 

Sie überlebt nicht nur Brände und Feuerstürme, sondern benötigt hohe Temperaturen, um ihre Samenkapseln überhaupt öffnen zu können. An kleinen Fallschirmen – ähnlich wie bei einer „Pusteblume“ – werden die Zellinformationen dann weitreichend in die Welt verteilt.

Damit ist die Protea nicht nur ein Überlebenskünstler, sondern der lebendige Phönix aus der Asche. Sicherlich ist dies auch ein Grund, warum sie zur Wappenblume Südafrikas gewählt wurde.

Warum erzähle ich das?

Bei meiner Arbeit mit Unternehmen ergeben sich oft ähnliche Anfangssituationen. Der unternehmerische Alltag lässt den Führungskräften und Mitarbeitern kaum mehr Luft zum Atmen. Termindruck, ineffiziente Arbeitsabläufe und immer höhere Erwartungen von Kunden oder Gesellschaftern treiben die Betriebe in die Knie. Heiße Konflikte, die schon mehr als Betriebstemperatur haben, stehen kurz vor einem Vulkanausbruch und legen manchmal ganze Abteilungen lahm.

Was viele als Ende sehen, sehe ich als Anfang. Ich verstehe meine Aufgabe darin, die Unternehmen wieder schnell in ihre Handlungsfähigkeit zu bringen. Schockstarre und Angst vor neuen Entscheidungen helfen dabei nicht. Mein Motto lautet: „Feuerlöschen, den Schweiß von der Stirn wischen – durchatmen und innehalten – und dann die Potenziale aus der fruchtbaren Asche schöpfen.“

Aus meiner Sicht darf es dann auch mal ordentlich knallen, weil Klartext gesprochen werden muss. Aber Konflikte und Auseinandersetzungen, wenn sie richtig bearbeitet werden, können ja auch sehr hilfreich sein. Meine eigenen Praxiserfahrungen als Mediatorin und langjährige Führungskraft sind für mich dabei eine große Unterstützung.

Genau mit dem Blick auf Schutt und Asche ist das Unternehmen bereit, wirklich etwas zu verändern. Auf einmal erkennen Unternehmen ihre bisher verborgenen Potenziale und Ressourcen.

Genau jetzt kann man sich mit grundsätzlichen Dingen auseinandersetzen, also wo will das Unternehmen hin? Was ist der Kern der Unternehmung? Wie wappnet es sich für die Zukunft? Sind alle Mitarbeiter an Board? Müssen sie mehr einbezogen werden?

Das Ende als Anfang zu sehen ist zwar leicht gesagt, doch wer den Perspektivwechsel hinbekommt, kann die Zeit zum Nachdenken über eine bewusste Neuorientierung nutzen. Die Protea zeigt es uns.

Dafür hätten Sie gerne Unterstützung? Ich zeige Ihnen Ihre versteckten Proteas.

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